Begehbares, rutschhemmendes Glas

Transparente Lösungen für Böden, Treppen und Stege

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Begehbares Glas verbindet architektonische Transparenz mit den funktionalen Anforderungen an belastbare Boden- und Treppenflächen. Als Glasboden, Glastreppe, Podest, Steg, Geschoßdecke oder Abdeckung eines Lichtschachts ermöglicht es offene Sichtbeziehungen, führt Tageslicht durch unterschiedliche Gebäudeebenen und macht auch darunterliegende Bereiche zum Teil der Raumgestaltung. Damit die Verglasung dauerhaft sicher und nutzbar ist, müssen Glasaufbau, Dimensionierung, Belastung, Lagerung, Unterkonstruktion und Rutschhemmung präzise auf den jeweiligen Anwendungsfall abgestimmt werden.

Was macht Glas begehbar?

Eine normale Glasscheibe wird nicht allein dadurch zum Glasboden, dass sie ausreichend dick ausgeführt wird. Begehbare Verglasungen sind als gesamtes Bauteil zu betrachten.

 

Bei Glas Marte werden sie in der Regel als mehrschichtiger Verbund-Sicherheitsglas-Aufbau ausgeführt. Üblich ist ein dreischeibiger Aufbau aus entsprechend dimensionierten Glasscheiben beziehungsweise TVG, die zu einem Verbund-Sicherheitsglas kombiniert werden.

 

Welche Glasdicke tatsächlich erforderlich ist, hängt vom jeweiligen Projekt ab. Entscheidend sind unter anderem:

 

  • Abmessungen und Form des Glaselements
  • vorgesehene Nutzung und auftretende Lasten
  • Art der Lagerung und Befestigung
  • konstruktive Einbausituation
  • Anforderungen an Oberfläche und Rutschhemmung

 

Deshalb wird begehbares Glas nicht ausschließlich nach einer Standardstärke ausgewählt, sondern projektbezogen dimensioniert.

Große Glasflächen sind möglich

Je nach Aufbau und Einbausituation können bei Glas Marte begehbare Verglasungen in einem großen Dimensionsbereich realisiert werden.

 

Technische Eckdaten:

  • Glasstärken von 25 bis 85 mm
  • Glasabmessungen von 250 × 400 mm bis 2.500 × 5.900 mm
  • maximales Elementgewicht von 800 kg

 

Damit lassen sich sowohl kompakte Trittstufen als auch großzügige Glasflächen realisieren. Welche Abmessungen und Glasaufbauten technisch möglich und sinnvoll sind, wird für das jeweilige Projekt geprüft.

Die Unterkonstruktion ist Teil des Systems

Bei begehbarem Glas entscheidet nicht nur die Verglasung über die Funktion des Bauteils. Ebenso wichtig ist die Konstruktion, auf der das Glas gelagert wird.

 

Die Unterkonstruktion muss eben, verwindungsfrei und ausreichend biegefest ausgeführt sein. Gleichzeitig benötigt das Glas eine geeignete, druckstabile Auflage, die vorhandene Bautoleranzen aufnehmen kann und einen direkten Kontakt zwischen Glas und harter Unterkonstruktion verhindert.

 

Bei linienförmig gelagerten Scheiben ist ein ausreichender Randeinstand erforderlich. Bei entsprechenden Ausführungen beträgt dieser mindestens 30 mm. Zusätzlich muss konstruktiv verhindert werden, dass sich das Glaselement selbstständig verschiebt oder abhebt.

 

Gerade bei größeren Glasflächen zeigt sich deshalb: Verglasung, Lagerung und Unterkonstruktion müssen gemeinsam geplant werden.

Statik

Eine kleine Glastreppe stellt andere Anforderungen als ein mehrere Quadratmeter großer Glasboden. Ebenso verändern unterschiedliche Lagerungsarten, Geometrien und Belastungssituationen die Anforderungen an den Glasaufbau.

 

Bei begehbaren Verglasungen ist daher eine projektbezogene statische Betrachtung besonders wichtig. Glas Marte prüft die vorgesehene Verglasung hinsichtlich ihres Einsatzzwecks und kann auf dieser Grundlage eine Statikempfehlung für den jeweiligen Anwendungsfall abgeben. Abhängig vom Projekt und Einsatzort werden die entsprechenden nationalen Regelwerke berücksichtigt, beispielsweise DIN 18008, ÖNORM B 3716 oder SIA 2057.

 

Eine frühzeitige Abstimmung ist insbesondere bei großen Abmessungen, Sonderformen oder außergewöhnlichen Lagerungssituationen empfehlenswert.

Rutschhemmung bei Glasböden

Glas kann glatt sein – ein begehbarer Glasboden darf es jedoch nicht uneingeschränkt sein. Abhängig vom Einsatzbereich muss deshalb eine geeignete Rutschhemmung vorgesehen werden.

Diese wird auf der obersten Deck- beziehungsweise Schutzscheibe ausgeführt. Dabei stehen unterschiedliche Lösungen zur Verfügung.

 

Rutschhemmung mit Siebdruck

Eine Möglichkeit ist eine rutschhemmende Oberfläche mittels keramischem Siebdruck. Neben der technischen Funktion eröffnet das Verfahren gestalterischen Spielraum.

 

Raster, Muster und Farben können auf das jeweilige Architektur- und Gestaltungskonzept abgestimmt werden. So wird die notwendige Trittsicherheit nicht nur zu einer funktionalen Ergänzung, sondern kann bewusst in das Erscheinungsbild der Glasfläche integriert werden. Aufgrund der geringeren sichtbaren Abnutzung empfehlen sich insbesondere gedeckte Farbtöne.

 

GM ICE-H®: Struktur für anspruchsvolle Trittflächen

Eine weitere Möglichkeit bietet das Strukturglas GM ICE-H®. Seine markante Oberflächenstruktur mit Strukturtiefen von bis zu 0,8 mm schafft einen entsprechenden Verdrängungsraum und unterstützt damit die Rutschhemmung auch bei stärker beanspruchten Flächen.

 

Langzeituntersuchungen an stark frequentierten Trittstufen zeigen, dass die charakteristische Oberflächenstruktur auch nach mehrjähriger Nutzung erhalten bleibt.

 

GM ICE-H® erreicht:

Damit eignet sich die Oberfläche für Anwendungen, bei denen neben der transparenten Optik auch eine erhöhte Trittsicherheit gefragt ist.

Langzeitstudie zu GM ICE-H®

Gestaltung mit Licht, Farbe und Struktur

Die besondere Stärke begehbarer Verglasungen liegt in der Verbindung von Funktion und Raumwirkung. Ein Glasboden kann beispielsweise Tageslicht durch eine Geschoßdecke führen und darunterliegende Bereiche natürlich aufhellen. Bei Treppen bleiben Blickachsen erhalten, massive Bauteile treten optisch zurück und der gesamte Raum wirkt offener.

 

Dabei muss begehbares Glas keineswegs vollständig transparent sein.

 

Über den Glasaufbau lässt sich die Wirkung gezielt verändern. Möglich sind beispielsweise:

 

  • klare und transparente Ausführungen
  • matte Zwischenschichten für mehr Sichtschutz
  • farbige PVB-Folien für gezielte Farbakzente
  • Siebdruck mit individuellen Farben oder Mustern
  • strukturierte Oberflächen
  • Kombinationen aus Transparenz und dekorativen Elementen

 

So kann eine Glasfläche je nach Architektur nahezu unsichtbar wirken, bewusst Akzente setzen oder Sichtschutz und Lichtdurchlässigkeit miteinander verbinden.

Einsatzmöglichkeiten

Die Einsatzmöglichkeiten reichen von einzelnen Gestaltungselementen bis zu großflächigen Konstruktionen. Typische Anwendungen sind:

 

  • Glasböden in Wohn-, Geschäfts- und öffentlichen Gebäuden
  • Glastreppen und Trittstufen
  • Podeste und Zwischenebenen
  • Stege und Verbindungswege
  • begehbare Geschoßdecken
  • Abdeckungen von Lichtschächten
  • transparente Flächen über darunterliegenden Räumen oder Ausstellungsbereichen

 

Besonders interessant ist Glas dort, wo eine konstruktiv notwendige Fläche möglichst wenig Licht und Sichtbeziehungen beeinträchtigen soll.

Früh planen, mehr Möglichkeiten nutzen

Bei begehbarem Glas greifen Architektur und Technik unmittelbar ineinander. Je früher Glasaufbau, Abmessungen, Unterkonstruktion, Lagerung und gewünschte Oberflächengestaltung berücksichtigt werden, desto besser lassen sich technische Anforderungen und gestalterische Vorstellungen miteinander verbinden.

 

Glas Marte unterstützt Architekten, Planer, Verarbeiter und Bauherren bei der Entwicklung projektbezogener Lösungen für begehbare Verglasungen – von der Auswahl des geeigneten Glasaufbaus über die statische Betrachtung bis zur passenden Rutschhemmung und Oberflächengestaltung.

 

So entstehen Glasböden, Treppen und Stege, die nicht nur begehbar sind, sondern zum gestalterischen Bestandteil der Architektur werden.